22.10.17

Liebe Gemeinde,
das Buch des kürzlich verstorbenen Heiner Geißler: "Was müsste Luther heute sagen?"* stellt eine wichtige Fragen für jeden Christen. Wie lebe ich mein Christsein? Nach welchen Maßstäben richte ich meine Nachfolge aus? Was ist in meinem Leben mit Jesus reformbedürftig?
Freiheit**
zunächst müssen wir erst einmal nichts ...
Luther schreibt: "Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan."

Diese zwei Thesen stehen klar bei Paulus: „Ich bin frei in allen Dingen und habe mich eines jedermanns Knecht gemacht“ (1. Korinther 9, 19).
Ebenso: „Ihr sollt niemandem in etwas verpflichtet sein, als dass ihr euch untereinander liebet. Liebe aber, die ist dienstbar und untertan dem, das sie lieb hat“ (Römer 13, 8).

Luther beschreibt christliche Freiheit in einer motivierenden Spannung:
Ausgelöst durch das befreiende Geschenk der Gnade Gottes, in der aufbauenden Würde unser Nachfolge, als eine selbstgewählte, sinnvolle und segensreiche Beziehung zu Jesus Christus. Gelebte Verbindlichkeit mit Christus bewirkt auch tragende Beziehungen untereinander, die einerseits achtungsvoll die Freiheit meines Gegenübers und meiner Glaubensgeschwister akzeptieren kann und andererseits bereit ist, einander als kritisches Gegenüber, in kritischer Solidarität sich etwas sagen zu lassen.

... wir können
Mit seinen reformatorischen Grundsätzen hat Luther eine Vorstellung entwickelt, wie Nachfolge Jesu in der Freiheit Christi reformiert und weiterentwickelt werden kann.

4 Fakten über den Glauben, die jeder wissen sollte.
Luther fand durch sein Bibelstudium Folgendes heraus:

Allein Jesus Christus. Luther spürte wie viele andere auch, dass er viel zu schlecht war, um in den Himmel zu kommen. Doch kein Geld der Welt könnte ihm die Tür öffnen. Nur Jesus, der das Lösegeld durch seinen Tod am Kreuz für mich bezahlt hat, kann wirklich retten.
Apostelgeschichte 4,12

Allein die Gnade Gottes kann mich vor der Verlorenheit retten. Als Mönch vertraute er bis dahin auf seine Frömmigkeit. Keine gute Tat
reicht, um in den Himmel zu kommen. Römer 3,19-25

Allein der Glaube. Luther rang darum, gerettet zu werden. Er fand heraus, dass persönliches Vertrauen auf das, was Jesus für ihn getan
hat, ausreicht. So fand er damals auf der Wartburg zum Frieden mit Gott. Johannes 1,12

Allein die Bibel gibt mir wahre Auskunft über Gott, Glaube und Leben.
Damals wurde vieles im Namen Gottes veranstaltet. "Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt", so der Ablassprediger Tetzel. Luther fand heraus, dass die Bibel etwas völlig anderes lehrt: nämlich die Gnade. Johannes 21, 24-25

"Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang." (Konrad Adenauer) Eine wesentliche Grundlage und Quelle für Reformation war und ist die Bibel, das lebendige Wort Gottes. Für meine Wahrnehmung scheint uns das nicht mehr so sehr im Blick zu sein. Es wird so wenig davon erzählt ...
"Ich hab nun 28 Jahr, seit ich Doktor geworden bin, stetig in der Biblia gelesen und daraus geprediget, doch bin ich ihrer nicht mächtig und find' noch alle Tage etwas Neues drinnen." (Martin Luther) Offenbar geht es nicht so sehr um Wissen, sondern das Bibellesen ist wohl eher ein Ausdruck der Gemeinschaft und der Verbundenheit mit Jesus. Die tägliche Begegnung bringt die Kraft für den Alltag. Ähnlich wie es unsere körperliche Gesundheit sinnvoll ist, dass wir uns ausreichend an der frischen Luft bewegen, so helfen uns motivierende Gewohnheiten und Rituale, die unserer Seele guttun und uns für unser Leben Mut und Energie geben. Luthers Anliegen war, dass jeder für sich die Bibel lesen kann und sich auf den Weg macht, Jesus und sein Wort zu verstehen. Ihm war wir wichtig, was unser Vertrauen zu Christus voranbringt. Damit verschiebt sich, ganz im Sinne Luthers, die Frage:
Was möchte Jesus uns heute sagen? Na dann neu weiter!

In einem Brief am 8.Juli 1530 beschreibt Martin Luther sein Wappen:


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"Das erste sollte ein Kreuz sein - schwarz - im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht ... Solch Herz soll mitten in einer weißen Rose stehen, anzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt ... darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose steht im himmelfarbenen Feld, dass solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig...
Und um solch ein Feld einen goldenen Ring, dass solche Seligkeit im Himmel ewig währt und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das edelste köstlichste Erz ist ..."
Ulrich Martens

 

 

* ist eine sehr persönliche Annäherung an den Reformator durch den Jesuitenschüler und Katholiken Heiner Geißler. Könnte Martin Luther auch heute die Welt verändern? Was müsste er jetzt in den christlichen Kirchen reformieren? „Jeder intelligente Katholik ist im Innern auch immer ein Protestant.“ (aus dem Klappentext)
** Martin Luther: Von der Freiheit eines Christenmenschen (1520) - anspruchsvoll im Sinne von gehaltvoll, lohnend, fordert unser Herz und
unser Denken. Gerne stelle ich den Text zur Verfügung.


Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



Seid alle zu Advent und Weihnachten herzlich gegrüßt!

  Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, und wir schauen zurück und voraus! Vieles entwickelt sich in unserem Landesverband NRW und wir erleben, dass Veränderungen mit Wegen und Prozessen verbunden sind. In manchen Gemeinden werden sie mit leichtem Schritt und mit Freude gegangen, woanders brauchen sie aber auch Zeit und Begleitung, vor allem dann, wenn es heißt, sich von Vergangenem zu verabschieden. ...

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