25.6.2017

Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung. Philipper 1,9

Paulus beginnt seine Briefe jeweils mit einem Fürbitte-Gebet: „Jedes Mal wenn wir für euch beten, danken wir ...“ (Vers 3). Dank ist ein guter Anfang für alle unsere Beziehungen in denen wir leben. Die Gemeinde Jesu lebt aus dem Gebet und der persönlichen Hinwendung zu Gott. Zuversicht und Motivation bekommen wir nicht, wenn wir nur aufeinander sehen, sondern im Angesicht Gottes. Ich fürchte jedoch, dass wir eher dazu tendieren die Fehler der anderen zu erforschen und zu beklagen, als das Wirken des Geistes Gottes am anderen zu sehen. Deshalb ist Dank ein guter Anfang. Dank für den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus, dass wir im Glauben unterwegs bleiben und erfahren, was es heißt von Christus erlöst zu sein. Fürbitte ringt darum, dass unsere Herzen zueinander finden – auch wenn wir so unterschiedlich sind – dass wir in Jesus Christus trotzdem verbunden sind. Paulus betet regelmäßig; er hat wohl feste Gebetszeiten und er bittet für alle in der Gemeinde. Dagegen erleben wir, dass zu Gebetstreffen nur noch sehr wenige kommen. Treffen wir uns „nur“ zum Beten? - oder wir sagen am Ende eines Treffens: „Jetzt lass uns noch (kurz) beten ...“ - und es wird so wenig davon erzählt, wie es uns in unserem Gebet geht. Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben) greift auf, was Paulus vorlebt in seinen Briefen an die Gemeinden: „Eine christliche Gemeinschaft lebt aus der Fürbitte der Glieder füreinander, oder sie geht zugrunde.“ Im Gebet sind wir nicht nur alleine vor Gott, sondern auch immer miteinander verbunden in Jesus Christus. Christliche Gemeinschaft kann ich nicht von mir aus bewirken, sondern ausschließlich durch und mit Jesus Christus. Deshalb ist die Fürbitte so wichtig. Nur durch die Gemeinschaft mit Jesu Christus werden auch wir zu einer Gemeinschaft. Ohne die Herzensbegegnung mit Jesus gibt es auch keine Herzensbegegnung untereinander. Die Gemeinschaft bleibt unvollkommen, unerfüllt – anstrengend, wenn sie nicht durch Jesus Christus geschieht. Bonhoeffer schreibt weiter: „Darum ist die Fürbitte der verheißungsvollste Weg zum Andren, und das gemeinsame Gebet im Namen Christi die echteste Gemeinschaft.“ Wenn der andere nicht in unser Gebet mit Jesus Christus hineinkommt, bleiben wir bei der Selbstbeobachtung und werden nicht fähig zum Miteinander. Gemeinschaft beginnt im Gebet in der Fürbitte. Was sind die Anliegen in unseren Gebeten? Paulus betet dafür, dass bei seinen Mitchristen die Liebe wächst und sie Christusorientiert und mündig ihre Nachfolge leben können. Mit Liebe meint er nicht nur ein Gefühl oder Emotionalität, sondern er denkt an Erkenntnis und Erfahrung. Denn die Liebe, von der er hier spricht, ist immer eine Entscheidung, ein Entschluss unseres Herzens, unserer inneren Absichten und Beweggründe. Wenn es um Erkenntnis geht oder Weisheit, wie andere Übersetzungen das ausdrücken, dann geht es darum, dass wir erkennen und tun, was dem Leben, dem geistlichen Leben und unseren Beziehungen dient. Dass wir durch Weisheit erkennen, wo wir uns ändern und weiterentwickeln können. Um diese Erkenntnis geht es in der Fürbitte – und die Liebe gibt uns die Entschlossenheit, das auch zu tun und zu leben. Wir wissen so viel, aber wir leben es nicht. Wachstum in der Liebe meint: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Fürbitte will uns helfen, dass die Liebe Gottes sich lebendig in unserer Nachfolge ausdrückt. Deshalb richtet sich die Fürbitte auf das Verbindende, blickt auf den Glauben derjenigen für die gebetet wird – die Fehler und Schwächen sind nicht im Zentrum, sondern die Fürbitte ringt darum, dass die Gemeinschaft und der Glaube wächst, dass das Vertrauen zu Christus sich weiterentwickelt.Paulus betet für geistliches Wachstum, anstatt sich über die Fehler der anderen zu beschweren. Er weiß selbst zu gut, wie sehr man auf dem Holzweg sein kann. Ich habe den Eindruck – auch bei mir selbst – dass wir viel zu klagen und selbstbezogen beten. Fürbitte ist ein Teil dessen, wie Gott die Gemeinde Jesu geschaffen hat – ein Grundelement unserer Nachfolge. Fürbitte ist Ausdruck unserer Gemeinschaft. Fürbitte bedeutet Dauerpflege unseres Miteinanders – darauf bleiben wir angewiesen. Wie beim Zähneputzen ... das machen wir mehrfach täglich – mindestens morgens und abends – das gehört zu unserer täglichen Routine. Wenn wir es versäumen, dann ergeben sich langfristige Schäden. Dafür müssen wir uns Zeit nehmen und auch richtig putzen, dann ist das ein Wohlgeschmack für uns selbst und auch ein Wohlgeruch für die Menschen in unserer Nähe.

Herzlichst Ulrich Martens


Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



Seid alle zu Advent und Weihnachten herzlich gegrüßt!

  Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, und wir schauen zurück und voraus! Vieles entwickelt sich in unserem Landesverband NRW und wir erleben, dass Veränderungen mit Wegen und Prozessen verbunden sind. In manchen Gemeinden werden sie mit leichtem Schritt und mit Freude gegangen, woanders brauchen sie aber auch Zeit und Begleitung, vor allem dann, wenn es heißt, sich von Vergangenem zu verabschieden. ...

27.11.2017


Von Lebensgeschichten, wie nur Jesus sie schreiben kann

Im November veranstaltete der österreichische Baptistenbund in Wien seine jährliche Missionskonferenz. Es war ein buntes Fest, wie Pastor Dietrich Fischer-Dörl in seinem persönlichen Bericht zeigt..

07.12.2017

Neu: Akademie im Gespräch

Die neue Reihe Akademie im Gespräch startet mit dem Thema: Die "Islam-Debatte".

07.12.2017

Zum Seitenanfang